Oschatz. Am Sonntag können 11 900 Wahlberechtigte in Oschatz entscheiden, wer die Geschicke der Stadt und des Landkreises Nordsachsen künftig lenkt. Was ist bei der OBM- und der Landratswahl zu beachten? Die Informationen beruhen auf einem Gespräch mit dem Stadtwahlleiter Manfred Schade.

■ Welche Prognose gibt es für die Wahlbeteiligung am Sonntag ?

Zur letzten OBM-Wahl im Jahr 2015, als Andreas Kretschmar allein antrat, lag die Wahlbeteiligung bei 31 Prozent. Weil es diesmal in Oschatz eine Bewerberin und vier Bewerber und bei der Landratswahl drei Bewerber gibt, wird mit einer höheren Wahlbeteiligung gerechnet – so um die 50 Prozent.

■ Wie ist die Briefwahl bis jetzt gelaufen?

Bis zum Mittwoch wurden 1300 Wahlscheine ausgegeben. Bei der Bundestagswahl im Vorjahr waren es deutlich mehr.

■ Bis wann kann man seine Stimmen noch per Briefwahl abgeben?

Bis 16 Uhr am Freitag können die Wahlscheine im Bürgerbüro des Rathauses beantragt werden. Man kann dann auch gleich im Bürgerbüro wählen.

■ Gibt es genügend Wahlhelferinnen und Wahlhelfer?

Ja, am Sonntag helfen 128 Frauen und Männer bei der Wahl.

■ Diesmal wird es weniger Wahllokale als bisher geben. Woran liegt das?

Bisher gab es im Stadtgebiet 19 Wahllokale, am Sonntag werden es nur noch 14 sein. Das heißt auch, dass 40 Wahlhelfer weniger als bisher gebraucht werden. Deshalb müssen weniger Erzieherinnen aus den Kitas am Wahltag aushelfen.

■ Gibt es noch einen weiteren Grund für die Reduzierung der Wahllokale?

Ja, es gibt mehr Briefwähler, eine geringere Beteiligung bei einer Kommunalwahl im Vergleich zur Bundestagswahl. Und man muss aufpassen, dass man in einem Wahllokal nicht unter die Zahl von 50 Wählern rutscht. Dann dürfen die Stimmen wegen des Datenschutzes nicht mehr in diesem Wahllokal ausgezählt werden. Dazu kommt, dass zum Beispiel in Thalheim und Schmorkau die Barrierefreiheit nicht gewährleistet ist.

■ Wer gewinnt die OBM-Wahl am Sonntag?

Der Bewerber muss eine Stimme mehr als die Hälfte der Wählerstimmen haben. Wenn von den 11 900 Wahlberechtigten zum Beispiel 6000 wählen gehen, dann werden 3001 Stimmen zum Wahlsieg benötigt.

■ Wie geht es weiter, wenn das nicht klappt?

Dann gibt es am 3. Juli einen zweiten Wahlgang, bei dem die einfache Mehrheit genügt.

■ Was müssen Wählerinnen und Wähler am Sonntag zur Wahl mitbringen?

Die Wahlbenachrichtigungskarte und den Personalausweis oder den Reisepass.